
Lexikon A - N
Abgasverluste
Wärme, die mit dem Abgas der Heizanlage verloren geht. Lässt sich durch Brennertechnik (Brennwertkessel), Niedertemperaturanlage reduzieren. Bei niedrigen Abgasverlusten allerdings Gefahr der Schornsteinversottung
Amortisation
Der Begriff Amortisation (von französisch: amortir, tilgen) bezeichnet den Prozess, in dem anfängliche Aufwendungen für ein Objekt durch dadurch entstehende Erträge gedeckt werden. Die Dauer dieses Prozesses wird Amortisationszeit genannt. Amortisation wird sowohl in wirtschaftswissenschaftlichen als auch in energietechnischem Kontext gebraucht.
Aufsparrendämmung
Aufsparrendämmung ist geeignet für den Neubau und Verbesserung der Wärmedämmung im Gebäudebestand, wenn Deckung und Lattung erneuert werden und die Sparren ggf. in voller Höhe als Gestaltungselement für den Raum sichtbar bleiben sollen. Die Dämmschicht wird oberhalb der Sparren verlegt.
Außenwand
Die Außenwand ist diejenige Wand eines Gebäudes, die den Außenraum vom Innenraum trennt. Die Außenwand übernimmt jedoch zahlreiche weitere Aufgaben. Damit ein Gebäude hält, muss die Außenwand den Belastungen standhalten, die auf die Wand einwirken. Sie werden durch unterschiedliche Einwirkungen sowohl von außen als auch von innen beansprucht. Außenwände müssen einerseits das Eindringen von Wasser verhindern, andererseits die von innen kommende Feuchtigkeit passieren lassen. Außenwände dienen neben dem Witterungsschutz dem Schall- und Brandschutz, sowie dem Wärmeschutz. Die überwiegenden Baumaterialien im Wandaufbau sind mehr oder weniger kleinformatige Mauersteine und Holz. Massivwände werden ein- und zweischalig, mit und ohne Wärmedämmung/Luftschicht aufgebaut.
Brennwerttechnik
Bei der Verbrennung fossiler Rohstoffe in der Heizungstechnik entstehen Abgase, die über einen Schornstein in die Atmosphäre geleitet werden. Die Wärmeenergie, die diese Abgase enthalten, bleibt dabei ungenutzt. In der Brennwerttechnik wird die Wärme der Abgase in Form von Verdampfungswärme genutzt. Brennwertgeräte enthalten einen zweiten Wärmetauscher (WT). Die Abgase werden über diesen WT geleitet. Sie kühlen ab und kondensieren. Die dabei freigesetzte Wärmeenergie wird zur Erwärmung von Brauchwasser genutzt. Dadurch kommt es zu einer erheblichen Einsparung an fossilen Brennstoffen und zu einer deutlichen Minderung des CO2 Ausstoßes.
Dach
Oberer Abschluss eines Bauwerkes zum Schutz gegen die Witterung und meistens auch vor Wärmeverlusten. Das Dach ist von allen Bauteilen den Witterungseinflüssen am stärksten ausgesetzt. Es ist der Schutz des Hauses gegen Regen, Schnee, Wind und Sonne. Dabei unterliegt es Temperaturschwankungen von bis zu 80°C. Die Dachkonstruktionen unterscheiden sich in Flachdächer, Pfettendächer und Sparrendächer. Die Dachformen im Wohnungsbaubereich sind bei den geneigten Dächern in der Regel das Satteldach, Pultdach, Walmdach oder Mansarddach.
Dampfbremse
Die Dampfbremse beschreibt im Baubereich eine Folie oder Pappe, die das Eindringen von Wasserdampf in die Wärmedämmung eines Gebäudes einschränkt.
Einblasdämmung
Eine Einblasdämmung ist praktisch überall dort einsetzbar, wo Hohlräume (Luftschicht, meist 7 cm breit) im Mauerwerk vorhanden sind. Hierbei wird die in der Einblasmaschine erzeugte Druckluft mit losem Füllstoff vermischt und mittels eines Füllschlauchs in die Hohlräume des Mauerwerks eingeblasen.
Energieeffizienz
Energieeffizienz bezeichnet die Effizienz des Einsatzes und der Umwandlung von Energie also das Verhältnis von Nutzen zum Energieaufwand.
Energiesparverordnung (EnEV)
Rechtsverordnung auf der Grundlage des Energieeinspargesetzes; zum 01.02.2002 in Kraft getreten. Sie regelt den Wärmeschutz von Neubauten und bauteilverändernden Umbauten im Gebäudebestand. Die Berechnungsverfahren berücksichtigen auch die Qualität der Heizungs- und Warmwassererzeugungsanlage und den verwendeten Primärenergieträger (Gas, Öl, Kohle etc.)
Erneuerbare Energien
Energiequellen, die keine endlichen Rohstoffe verbrauchen, sondern natürliche, sich erneuernde Kreisläufe anzapfen, bezeichnet man als erneuerbar (Sonne, Wind, Wasserkraft, Bioenergie) - meist werden auch die Gezeiten, die Meeresströmung und die Erdwärme dazugezählt.
Fenster
Ein Fenster ist eine Öffnung in einer Wand des Gebäudes, mit dem
Zweck Licht oder Luft in einen Raum zu lassen, hinaus- oder
hereinsehen zu können. Derzeit sind Fenster mit transparenter
Glasfüllung üblich, daneben gibt es auch noch durchscheinende
Füllungen aus Ornamentglas oder Milchglas und vieles mehr. Um die
Glasscheiben zu fassen, benutzt man in der Regel einen Rahmen oder
eine Konstruktion aus Pfosten und Riegeln. Bei der
Pfosten-Riegelkonstruktion spricht man dann eigentlich nicht von
Fenstern, sondern von Glasfassaden. Wenn das Fenster zum Lüften
geeignet ist, so besitzt es einen Fensterflügel und einen
Fensterrahmen. Ist das Fenster nicht zum Lüften geeignet, so
spricht man von einer Festverglasung. Die Rahmen bestehen zumeist
aus Kunststoff, Holz oder Aluminium bzw. einer Kombination aus Holz
und Aluminium. Bei der Verglasung unterscheidet man im Bestand bei
Gebäuden bis Anfang der 1990er Jahre zwischen Einfachverglasung (U
= 5,8W/m²K) und Zweifach-Isolierverglasung (U = 5,8W/m²K). Ende der
1980 wurden die ersten Wärmeschutzfenster als Massenware
produziert. Entsprechend der Anforderungen an den Wärmeschutz gibt
es zwei- und dreifach verglaste Fenster (U = 1,1 bis 0,8 W/m²K).
Der Luftzwischenraum ist mit Edelgasen gefüllt, die eine geringe
Wärmeleitfähigkeit aufweisen. Eine der Glasscheiben ist mit einer
durchscheinenden Folie beschichtet, um die Wärmeabstrahlung zu
verringern.
Fenstern sollen folgende Eigenschaften vereinen:
- Natürliche Belüftung
- Witterungsschutz
- Wärmeschutz
- Solare Gewinne
- Schallschutz (wird hier vernachlässigt)
- Brandschutz (wird hier vernachlässigt)
Flachkollektor
Die häufigste Bauart von Solarkollektoren zur Wärmeerzeugung ist der Flachkollektor (FK). Flachkollektoren sind in der Herstellung sehr preisgünstig, zeigen aber im Vergleich zu Vakuumröhrenkollektoren bei hohen Kollektortemperaturen größere Wärmeverluste. Sie bestehen aus einem flächigen Absorber, einer transparenten und entspiegelten Glasabdeckung, einer Wärmedämmung auf der Rückseite und einem Rahmen (meist aus Aluminium oder Stahlblech). Der Absorber ist in den meisten Fällen ein dunkel beschichtetes Metallblech (z. B. aus Kupfer oder Aluminium), das mit wärmeleitenden Rohren verbunden ist. Die Absorberschicht sammelt die Sonnenstrahlen ein, die dann an das durchfließende Medium (Wärmeträgerflüssigkeit, meist ein Wasser-Glykol-Gemisch) abgegeben werden. Diese transportiert die Wärme zum Solarspeicher. Die Glasabdeckung des Kollektors schützt den Absorber vor Umwelteinflüssen und soll Wärmeverluste minimieren. Die Entspiegelung verhindert die Reflexion der Sonnenstrahlen und vergrößert somit den Wärmeertrag des Kollektors. Die Wärmedämmung (meist Mineralfaserdämmstoffe) minimiert Wärmeverluste an den Seitenwänden und der Rückseite des Kollektors.
Fossile Brennstoffe
Nennt man nutzbare Energie, die Energieträgern entstammt, deren Energiegehalt vor langer Zeit in eine konzentrierte Form überführt wurde, die sich heute nutzen lässt. Der Begriff fossiler Brennstoff wird im Allgemeinen nur für solche fossilen Energieträger verwendet, die ihre gespeicherte Energie durch chemische Verbrennung mit Sauerstoff abgeben. Beispiele für fossile Brennstoffe sind damit Erdöl, Erdgas, Braunkohle, Steinkohle und Torf.
Geothermie
Ist die im oberen (zugänglichen) Teil der Erdkruste gespeicherte Wärme. Sie umfasst die in der Erde gespeicherte Energie, soweit sie entzogen und genutzt werden kann, und zählt zu den regenerativen Energien. Sie kann sowohl direkt genutzt werden, etwa zum Heizen und Kühlen im Wärmemarkt (Wärmepumpenheizung), als auch zur Erzeugung von elektrischem Strom oder in einer Kraft-Wärme-Kopplung. Geothermie bezeichnet sowohl die ingenieurtechnische Beschäftigung mit der Erdwärme und ihrer Nutzung, als auch die wissenschaftliche Untersuchung der thermischen Situation des Erdkörpers.
Heizung
Eine Heizung ist eine Einrichtung zur Erwärmung von Objekten oder
Räumen, sowie zur Warmwassererzeugung. Als Energiequelle dienen
flüssige (z. B. Heizöl), gasförmige (z. B. Erdgas) und feste (z. B.
Holz) Brennstoffe. Wärme kann auch aus Strom und der Nutzung von
„Abwärme“ aus Wasser, Abluft, Luft oder Erdreich gewonnen werden.
Die Wärmeerzeugung erfolgt in konventioneller Technik mit
Standardkesseln (veraltet), Niedertemperaturheizungen und
Brennwertgeräten. Daneben gewinnen auch die Solarthermie und die
Wärmepumpen immer mehr an Bedeutung.
Im Neubaubereich hat sich in der konventionellen Technik der
Brennwertkessel durchgesetzt. Aufgrund seiner Funktionsweise setzt
er die Brennstoffe mit den geringsten Verlusten in Wärme um. Für
die Modernisierung ist dafür Voraussetzung, dass die
Wärmeverteileranlage auf die neue Situation abgestimmt ist. Im
Vergleich zum Standardkessel oder der Niedertemperaturheizung wird
die Wassertemperatur im Heizungsvorlauf nämlich nicht mehr auf bis
zu 90°C, bzw. 70°C aufgeheizt, sondern nur auf maximal 55°C.
Dementsprechend müssen die Heizkörper groß genug dimensioniert
sein, um ausreichend Wärme an die Raumluft abgeben zu können.
Dementsprechend muss auch das Gebäude gedämmt sein.
Niedertemperaturkessel, die vor allem im Bereich der Modernisierung
immer noch ihre Berechtigung finden, werden seit Mitte der 1980er
Jahre hergestellt, und stellen die Masse der momentan eingesetzten
Heizungsanlagen dar. Standardkessel, die vor allem in den 1960er
bis 1980er Jahren eingesetzt wurden, tauchen immer seltener auf.
Nach geltender EnEV sehen die Anforderungen mindestens den Einsatz
einer Niedertemperaturheizung vor.
Hüllfläche
Die äußere Fläche des Hauskörpers im Übergang von beheiztem Raum auf unbeheiztem Raum, Außenluft oder Erdreich
Hydraulischer Abgleich
Der hydraulische Abgleich beschreibt ein Verfahren, mit dem innerhalb einer Heizungsanlage jeder Heizkörper oder Heizkreis einer Flächenheizung bei einer festgelegten Vorlauftemperatur der Heizungsanlage genau mit der Wärmemenge versorgt wird, die benötigt wird, um die für die einzelnen Räume gewünschte Raumtemperatur zu erreichen. Dies wird mit genauer Planung, Überprüfung und Einstellung bei der Inbetriebnahme der Anlage erreicht. Auch ein nachträglicher hydraulischer Abgleich ist möglich.
Kohlendioxid (CO2)
Kohlendioxid (CO2) entsteht bei der Verbrennung fossiler Energien und pflanzlicher Biomasse und ist als Treibhausgas für die Erwärmung der Erdatmosphäre mitverantwortlich. Ein Vier-Personen-Haushalt kann durch den Einsatz einer Solarkollektoranlage jährlich etwa 300 Liter Heizöl bzw. 300 Kubikmeter Gas einsparen, rund 900 bzw. 700 kg Kohlendioxid werden dadurch weniger verbraucht. Fotovoltaik-Anlagen sparen sogar bis zu 2.300 kg Kohlendioxid pro Vier-Personen-Haushalt im Jahr ein.
Konvektoren
Konvektoren geben ihre Wärme hauptsächlich durch Konvektion also
durch Luftumwälzung ab. Sie zeichnen sich durch kleine Bauhöhen
aus. Konvektoren können ein- oder mehrreihig sein.
Trotz ihrer kleinen Bauform haben sie eine sehr gute Wärmeleistung.
Durch Verschmutzung des Konvektors verringert sich die Wärmeabgabe.
Konvektoren können als Unterflurkonvektoren in einem Bodenkanal
montiert werden und mit einem begehbaren Gitter abgedeckt werden.
Dies bietet sich vor allem bei Fenstern an, die bis zum Boden
reichen. In Fällen, wo die Bauhöhe zu gering ist und somit die
Wärmeleistung nicht ausreicht, wird der Konvektor häufig mit einer
Fußbodenheizung kombiniert. Um die Wärmeleistung zu erhöhen, wird
oft mittels Ventilator Luft durch den Konvektor geleitet. Dann wird
von einem gebläsegestützten Unterflurkonvektor gesprochen.
kWh
1kWh=1000Wh. Einheit für Energie (dagegen Leistung: Energie/Zeiteinheit = KW)
Luftwechselrate
Die Luftwechselrate n in der Einheit [1/h] ist eine Zahl, welche angibt wie oft das Raumvolumen/Gebäudevolumen in einer Stunde ausgetauscht wird. Sie spielt in der Lüftung von Gebäuden eine Rolle. Beispiel: n = 15 /h: Das 15fache Raum-/Gebäudevolumen wird in einer Stunde ausgetauscht.
Niedertemperatur
Mit einer entsprechenden Anlage und größeren Heizkörperflächen kann man mit einer niedrigeren Temperatur des Heizwassers heizen. Gute Anlagen (heute Standard) können mit 40 – 55 Vorlauftemperatur auskommen. Die dadurch niedrigeren Abgasverluste führen nicht nur zu einem geringeren Energieverbrauch, sondern können auch dem Schornstein schaden (Schornsteinversottung).
Niedrigenergiehaus
Niedrigenergiehäuser haben einen Jahresheizwärmebedarf von unter 70 kWh je m2 Wohnfläche. Dieser Wert wird u. a. durch verbesserte Außenwanddämmung, Vermeidung von Wärmebrücken sowie durch passive Solarenergienutzung erreicht.
Nutzungsgrad und Wirkungsgrad
Der Nutzungsgrad von Raumwärmeversorgungsanlagen
(Jahresnutzungsgrad RW) ist ein Maß dafür, wie viel von der im
Energieträger gespeicherten Energie auch tatsächlich in einer
kompletten Heizperiode genutzt werden kann. Im Unterschied zum
Wirkungsgrad des Kessels, der nur in einem (optimalen)
Betriebspunkt gemessen wird, wird der Nutzungsgrad über einen
längeren Zeitraum ermittelt. Der Wirkungsgrad des Kessels ist also
immer höher als der Nutzungsgrad der Anlage.
Bei einem Passivhaus ist der Wärmebedarf durch moderne Bauweise und
Haustechnik so weit verringert, dass neben einer Wärmerückgewinnung
durch ein Lüftungssystem die Energiebeiträge aus Sonnenenergie,
Eigenwärme der Personen im Haus und der Wärmeabgabe von Geräten
ausreichen, um das Gebäude warm zu halten. Der verbleibende
Heizwärmebedarf, der sich bei einem Passivhaus auf maximal 15
kWh/(m2*a) beläuft, kann durch gespeicherte Sonnenwärme gedeckt
werden
Im Vergleich: Bestehende Häuser verbrauchen oft bis zu 400 kWh
Heizwärme pro Quadratmeter und Jahr, Niedrigenergiehäuser haben
noch einen Bedarf von bis zu 70 kWh/(m²*a).
Da bei einem Passivhaus auf den Einbau einer herkömmlichen Heizung
verzichtet werden kann, werden die beim Bau höheren Kosten für die
besondere Wärmedämmung, das Lüftungssystem und die
Solarwärmenutzung zum Teil kompensiert. Außerdem macht sich die
anfängliche Mehrinvestition im Laufe der Jahre durch die
eingesparten Heizkosten bezahlt. Zugleich verringert sich die
Umweltbelastung.
