Sie sind hier :
  1. Lexikon P-Z
Energieberater in Stade

Lexikon P - Z

Passivhaus

Bei einem Passivhaus ist der Wärmebedarf durch moderne Bauweise und Haustechnik so weit verringert, dass neben einer Wärmerückgewinnung durch ein Lüftungssystem die Energiebeiträge aus Sonnenenergie, Eigenwärme der Personen im Haus und der Wärmeabgabe von Geräten ausreichen, um das Gebäude warm zu halten. Der verbleibende Heizwärmebedarf, der sich bei einem Passivhaus auf maximal 15 kWh/(m2*a) beläuft, kann durch gespeicherte Sonnenwärme gedeckt werden
Im Vergleich: Bestehende Häuser verbrauchen oft bis zu 400 kWh Heizwärme pro Quadratmeter und Jahr, Niedrigenergiehäuser haben noch einen Bedarf von bis zu 70 kWh/(m²*a).
Da bei einem Passivhaus auf den Einbau einer herkömmlichen Heizung verzichtet werden kann, werden die beim Bau höheren Kosten für die besondere Wärmedämmung, das Lüftungssystem und die Solarwärmenutzung zum Teil kompensiert. Außerdem macht sich die anfängliche Mehrinvestition im Laufe der Jahre durch die eingesparten Heizkosten bezahlt. Zugleich verringert sich die Umweltbelastung.

Photovoltaik

Unter Photovoltaik versteht man die direkte Umwandlung von Strahlungsenergie, vornehmlich Sonnenenergie, in elektrische Energie. Sie ist seit 1958 zunächst in der Energieversorgung von Weltraumsatelliten mittels Solarzellen im Einsatz. Mittlerweile wird sie zur Stromerzeugung auf der ganzen Welt eingesetzt und findet Anwendung auf Dachflächen, bei Parkscheinautomaten, an Schallschutzwänden oder auf Freiflächen. Der Name setzt sich aus den Bestandteilen Photos – das griechische Wort für Licht – und Volta – nach Alessandro Volta, einem Pionier der Elektrotechnik – zusammen. Die Photovoltaik gilt als Teilbereich der umfassenderen Solartechnik, die auch andere technische Nutzungen der Sonnenenergie einschließt.

Plattenheizkörper

Der Plattenheizkörper gilt als der meist verbreitete Heizkörpertyp.
Er besteht aus Stahlblech und ist ein- oder mehrreihig. Um die Wärmeleistung zu verbessern, werden häufig in den Plattenheizkörpern Konvektorschächte aus Blech angebracht. Plattenheizkörper geben 40% ihre Wärme in Form von Strahlungswärme ab. Oft sind Plattenheizkörpern mit integrierter Ventilgarnitur ausgestattet. Diese Heizkörper werden deshalb als Ventilheizkörper bezeichnet. Bei Ventilheizkörper befinden sich die Rohranschlüsse unterhalb des Heizkörpers. Der Vorteile resultiert aus weniger sichtbaren Rohren.

Primärenergie

Als Primärenergie bezeichnet man die Energie, die mit den natürlich vorkommenden Energieformen oder Energieträgern zur Verfügung steht.

Radiatoren

Bei Radiatoren sind die einzelnen Glieder unten und oben durch Gewindenippel oder Verschweißungen verbunden. Radiatoren geben ihre Wärme bis zu 40% in Strahlungswärme ab. Es wird zwischen Guss-, Stahl-, Stahlrohr und Aluminiumradiatoren unterschieden.
Gussradiatoren bestehen aus Gusseisen mit Lamellengraphit. Die einzelnen Glieder sind durch Stahlnippel verbunden. Gussradiatoren zeichnen sich durch hohe Korrosionsbeständigkeit und lange Haltbarkeit aus.
Stahlradiatoren bestehen aus Einzelgliedern, welche aus zwei gepressten, zusammengeschweißten Halbschalen bestehen. Die Einzelglieder werden durch Blockschweißung miteinander verbunden.
Stahlrohrradiatoren bestehen aus Stahlrohren. Sie sind in sehr vielen Ausführungen erhältlich. Sie gibt es in Bauhöhen von 190 mm bis 2 800 mm, in 1-6 säulige Bautiefen, in gerader oder gebogener Form und in vielen Farben. Stahlrohrradiatoren bieten einen großen gestalterischen Spielraum.
Aluminiumradiatoren werden durch ein Druckgussverfahren hergestellt. Sie zeichnen sich durch hohe Korrosionsbeständigkeit und lange Haltbarkeit aus. Sie sind im Verhältnis zu anderen Gliederheizkörpern verhältnismäßig teuer.

Schadstoffe

CO2: Kohlendioxid ist ein geruchs- und farbloses Gas, das bei jeder Verbrennung entsteht und für den „Treibhauseffekt“ mitverantwortlich ist. Kann ausschließlich durch Verringerung des eingesetzten Brennstoffs reduziert werden
SO2: Schwefeldioxid ist ein überriechendes Gas, hautreizend und giftig. Entsteht bei der Verbrennung schwefelhaltiger Brennstoffe (Kohle, Holz). Mitverantwortlich für den „sauren Regen“ (Waldsterben)
Nox: Stickoxide (NO und NO2) sind Atemgifte, Mitverursacher des „sauren
Regens“.
Staub: In diesem Zusammenhang anfallende Kleinstpartikel (auch Ruß), die bei der Verbrennung fester und rußender Brennstoffe freigesetzt werden.

Schichtenspeicher

Gewährleisten eine optimale Schichtung des Warmwassers. Das erwärmte Wasser wird jeweils in der Höhe des Speichers eingeleitet, in der die Wassertemperatur der Temperatur der jeweiligen Speicherschicht entspricht. Dadurch können Temperaturverluste und Durchmischung des gespeicherten Warmwassers vermieden werden. Im oberen Teil des Speichers steht heißes Wasser schneller zur Verfügung, die Nachheizung kann effektiver geregelt werden.

Solarthermie

Die thermische Energie der Sonnenstrahlung wird nutzbar gemacht. Bei der passiven Nutzung in der Architektur erwärmt die Sonne direkt, also ohne technische Apparate, ein Gebäude z. B. durch entsprechend ausgerichtete Fensterflächen oder durch sogenannte transparente Wärmedämmung, bei der das Sonnenlicht die äußerste Dämmschicht durchdringen kann und so die dahinter liegende Mauer erwärmt. Von aktiver Nutzung spricht man dann, wenn entsprechend konstruierte Absorberflächen Sonnenwärme sammeln und diese mit Hilfe eines Mediums z. B. zu einem Wärmespeicher transportiert wird. Im Haushalt findet die Sonnenwärme vorwiegend zur Erwärmung von Wasser und der Raumluft bzw. den Räumen Verwendung. In der Industrie ist darüber hinaus noch die Umwandlung in chemische Energie, elektrische Energie und mechanische Energie anzutreffen. Zunehmend werden solar betriebene Absorptionskältemaschinen für die Gebäudeklimatisierung eingesetzt.

Transmission

Wärmedurchgang durch ein Bauteil, durch Strahlung und durch Konvektion an den Oberflächen. Wird errechnet aus dem U-Wert und der Fläche des Bauteils.

Untersparrendämmung

Dies ist eine Wärmedämmung, bei der der Dämmstoff raumseits unter dem Holzsparren liegt.

Vakuumröhrenkellektor

Ein Vakuumröhrenkollektor sammelt, ähnlich wie ein Flachkollektor, Sonnenstrahlen ein und wandelt diese in Wärme um. Bei einem Vakuumröhrenkollektor sind mehrere Röhren zu einem Kollektor zusammengefasst. Die Röhren bestehen aus Glas und sind zur Verhinderung von Wärmeverlusten evakuiert, in ihnen herrscht also ein Vakuum (Thermoskannenprinzip).
Der Absorber ist als Blechstreifen in die einzelne Röhre eingefügt und kann in den meisten Fällen leicht gedreht werden, so dass er ideal zur Sonne ausgerichtet werden kann. Das erhöht den Energieertrag des Kollektors. Es gibt zwei unterschiedliche Funktionsprinzipien bei Vakuumröhrenkollektoren: direkt durchflossene Vakuumröhren und so genannte "Heat-Pipes". Bei den direkt durchflossenen Vakuumröhren fließt die Wärmeträgerflüssigkeit durch ein Wärmerohr (das sich im eigentlichen Glasrohr befindet) und nimmt dabei die Wärme vom Absorber auf. Diese direkt durchflossenen Vakuumröhrenkollektoren können nach Süden ausgerichtet geneigt montiert werden oder auch horizontal auf einem Flachdach angebracht werden. Bei Heat-Pipe-Systemen ist das Wärmerohr mit Wasser oder Alkohol gefüllt, das mit Unterdruck eingebracht wird. Es verdampft schon bei niedrigen Temperaturen (ca. 25°C). Der entstehende Dampf kondensiert am oberen Ende des Wärmerohrs und wird über einen Kondensator an die durchfließende Wärmeträgerflüssigkeit abgegeben. Das Kondensat fließt in das Rohr zurück. Hierfür müssen Heat-Pipe-Röhrenkollektoren mit einer Neigung von 25°C montiert werden.
Mit einem Vakuumröhrenkollektor lassen sich höhere Temperaturen erzielen als mit einem Flachkollektor. Nachteil von Vakuumröhren ist der etwas höhere Preis im Vergleich zu Flachkollektoren. Außerdem eignen sich die meisten Röhrenkollektoren nicht für eine Indachmontage.

Vorlauf-/ Rücklauftemperatur bei Heizungsanlagen

Mit der Vorlauftemperatur bezeichnet man die Temperatur des einem System zugeführten Wärme übertragenden Mediums (z. B. Wasser). Die Temperatur des aus dem System fließenden Mediums nennt man dementsprechend Rücklauftemperatur. In der Heizungstechnik ist die Vorlauftemperatur die Temperatur des Wärme übertragenden Mediums nach dem Erhitzen durch eine Wärmequelle (z. B. Solarkollektor, Gasheizung), das in das Verteilersystem (z. B. Rohrleitung) geleitet wird.

Wärmebrücken

Eine Wärmebrücke (oft fälschlicherweise als Kältebrücke bezeichnet) ist ein Bereich in Bauteilen eines Gebäudes, durch den die Wärme schneller nach außen transportiert wird, als durch die anderen Bauteile.

Wärmedämmverbundsystem

Ein (abgekürzt WDVS) ist ein System zum außenseitigen Dämmen von Gebäudeaußenwänden. Das Dämmmaterial (Dämmstoff) wird in Form von Platten oder Lamellen mit Hilfe von Kleber und/oder Dübel (Tellerdübel) auf dem bestehenden Untergrund (zum Beispiel Ziegel, Kalksandstein, Beton, ...) befestigt und mit einer Armierungsschicht versehen. Die Armierungsschicht besteht aus einem Armierungsmörtel (Unterputz), in den ein Armierungsgewebe eingebettet wird. Das Armierungsgewebe ist im oberen Drittel angeordnet. Den Abschluss des Systems bildet ein Außenputz (Oberputz), der je nach Anforderung oder gestalterischen Aspekten noch gestrichen wird.

Wärmedurchgangskoeffizient (U-Wert)

Der Wärmedurchgangskoeffizient U (auch Wärmedämmwert, U-Wert, früher k-Wert) ist ein Maß für den Wärmestromdurchgang durch eine ein- oder mehrlagige Materialschicht, wenn auf beiden Seiten verschiedene Temperaturen anliegen. Er gibt die Energiemenge an, die in einer Stunde durch eine Fläche von 1 m² fließt, wenn sich die beidseitig anliegenden Lufttemperaturen um 1 K unterscheiden. Folglich sollte ein U-Wert möglichst gering sein. Wird bestimmt durch die Dicke des Bauteils und dem Lambda-Wert des Baustoffs. Der Wärmedurchgangskoeffizient in W/(K•m²) ist eine spezifische Kennzahl der Materialzusammensetzung eines Bauteils.

Wärmeleitfähigkeit (Lambda-Wert)

Die Wärmeleitfähigkeit, auch Wärmeleitzahl (λ, k oder κ) eines Festkörpers, einer Flüssigkeit oder eines Gases ist bestimmt durch die Geschwindigkeit, mit der sich die Erwärmung an einem Punkt durch den Stoff ausbreitet. Die Wärmeleitfähigkeit ist also das Vermögen eines Stoffes, thermische Energie mittels Wärmeleitung in Form von Wärme zu transportieren. Die Wärmeleitfähigkeit in W/(K•m) ist eine spezifische Kennzahl eines Bauteils. Gut dämmende Baustoffe haben einen kleinen (Dämmstoff = 0,03), schlecht dämmende Baustoffe einen hohen Lambda-Wert (Beton = 2,3).

Wärmeleitgruppe

Die Wärmeleitfähigkeitsgruppe (WLG) gibt die Durchlassfähigkeit eines Materials für einen Wärmestrom an. Sie leitet sich aus dem rechnerischen Bemessungswert der Wärmeleitfähigkeit λ(R) her und ist die ersten drei Ziffern nach dem Komma. Es wird vorausgesetzt, dass der Bemessungswert kleiner eins ist, da grundsätzlich nur Dämmmaterialien einer WLG zugeordnet werden. Ein Wert von 0,025 W/mK entspricht also einer WLG von 025. Daraus folgt, je kleiner der WLG Wert ist, umso größer ist die Wärmedämmung.

Wärmepumpe

Maschine, die einen Wärmestrom bei niedriger Temperatur aufnimmt (kalte Seite) und mittels Energiezufuhr bei höherer Temperatur wieder abgibt (warme Seite). Bei Nutzung der "kalten Seite" spricht man von Kühlmaschinen, bei Nutzung der "warmen Seite" von Wärmepumpen.

Wärmerückgewinnung

Bei der Wärmerückgewinnung wird ein Teil der normalerweise das Gebäude verlassenden Abwärme zur Vorwärmung genutzt. Dieses Prinzip gibt es bei der kontrollierten Lüftung, aber auch bei Abgassystemen (Brennwerttechnik).

Wärmeschutz, winterlich

Der winterliche Wärmeschutz hat den Zweck, während der Heizperiode an den Innenoberflächen der Bauteile eine ausreichend hohe Oberflächentemperatur zu gewährleisten und damit Oberflächenkondensat bei in Wohnräumen üblichem Raumklima auszuschließen. Oberflächenkondensat entsteht, wenn die Temperatur der Wandoberfläche unter der Taupunkttemperatur liegt. Die einzuhaltenden Werte, beschrieben durch den Wärmedurchlasswiderstand Rth in m²K/W werden als Mindestwärmeschutz in der DIN 4108 definiert. Weiter dient der winterliche Wärmeschutz dazu, Bauteilkonstruktionen zu definieren, die den Wärmeverlust durch Transmission so weit begrenzen, dass die in der Energieeinsparverordnung (EnEV) genannten Grenzwerte eingehalten werden können. Diese werden durch den Wärmedurchgangskoeffizienten, den sogenannten U-Wert (früher k-Wert) in W/m²K beschrieben.

Wärmeschutz, sommerlich

Der sommerliche Wärmeschutz dient dazu, die durch Sonneneinstrahlung verursachte Aufheizung von Räumen, die in der Regel im Wesentlichen auf eine Einstrahlung durch die Fenster zurückzuführen ist, so weit zu begrenzen, dass ein behagliches Raumklima gewährleistet wird. Hierbei soll gemäß den Vorschriften der Energieeinsparverordnung nach Möglichkeit auf den Einsatz von Klimatisierung verzichtet werden. Der sommerliche Wärmeschutz, der ebenfalls in DIN 4108 geregelt ist, wird beeinflusst durch die Abmessungen des Raumes, die Ausrichtung und Größe der Fenster, die Art der Verglasung und dem Sonnenschutz, dem Lüftungsverhalten, interne Wärmequellen (z. B. Personenwärme, Abwärme von Computern oder Beleuchtung) sowie der Wärmespeicherkapazität der verwendeten Baustoffe (Innen- und Außenwände, Geschossdecken, Dämmstoff im Dach).

Zellulosedämmung

Technisch wird Zellulose als sogenannter Zellstoff aus Holz gewonnen und dient als Grundstoff in der Papierindustrie.
Die Zellulosedämmung besteht aus Zelluloseflocken, die eingeblasen werden. Eingeblasen verdichtet sie sich in jedem Hohlraum zu einer fugenlosen Dämmschicht. Zellulosedämmung bietet auch den Vorteil des sommerlichen Wärmeschutzes durch das hohe Wärmespeichervermögen der Zellulose.